Kleiner Jahresrückblick – 2025
2025 – what a year!

Wer folgendes liest, sollte sich erst einmal ein Gläschen LECKERWEIN einschenken, nein, nicht weil es so schlimm ist. Vielleicht wird es unterhaltsam oder einfach ein grober und ehrlicher Jahresrückblick, auf das, was wir geleistet haben und schaffen durften.
Anfang des Jahres waren wir ja nach dem schlimmen Spätfrost in 2024 eher Hobbywinzer im Keller. Da machte es auch nichts aus, dass ich die Proben zur Qualitätsweinprüfung in Begleitung von zwei (im Durchschnitt) 2-jährigen ca. 35 Minuten zur Landwirtschaftskammer bringen durfte. Recht unterhaltsam lies ich mir dann unsere schöne Heimat mit recht wenigen Vokabeln von der Rückbank aus erklären, bis wir in Bekond ankamen, um mir weitere 20 Minuten die lebensgroße Kuh erklären zu lassen (auf entsprechendes Gruppenbild verzichte ich hier
). Ein Glück, dass die Leute vom Fach sind – so konnte ich am Tresen zumindest einigermaßen für Ordnung sorgen, währenddessen die beiden 75cm Menschen den Weg der Milch erkundeten. Wir sind ja schließlich nicht die einzige Familienbande an der Mosel 
Mit dieser recht winzigen Weinmenge im Hintergrund entschieden wir uns recht früh im Jahr dafür, den Fokus auf andere Veranstaltungen, als unsere gewohnten Weinprobiertage, zu legen. Noch vor Ostern, quasi “Palmsamstag”, begrüßten wir 60 Teilnehmer am 12.4.25 nach ganzen 7 Jahren (!) wieder zu unserer Weinwanderung. Nicht mehr im August, aber dafür mit stolzen 26°C im April. Gute Laune inklusive 
Keine 4 Wochen später hatten wir dann volksfestähnliche Zustände rund um die Vinofactur. Echt ein Genuss. Wir öffneten zum ersten Mal am 1. Mai die Pforten und begrüßten viele Herzen zu Flammkuchen und erfrischenden Getränken auf dem Hof. Das war echt der Knaller – aber nur wegen der vielen helfenden Hände möglich. Kein Stuhl im Betrieb war noch frei, Mama sprang mit in die Küche, geplante Kinderbetreuung wurde von Opa Mätthi übernommen und “irgendwie” hat es dann wieder geklappt.
Der Juni brachte uns durch das wechselhafte Wetter ein paar Wanderer mehr als gewohnt. Das war für unsere Reben natürlich auch herausfordernder – als Winzer zittern wir ja sowieso bei jeder ungewöhnlichen Wetterlage. Es ging aber nochmal “igrndwie” gut, dank der tollen Arbeit und Planung meiner Eltern rund um die Weinberge.
Im Sommer starteten die ersten Feste. Eine tolle Erdbeerkirmes, ein super Zurlaubener Moselfest wurde von vielen Touristen, Wanderern und Radfahrern ergänzt, die bei uns einen passenden Ruhe- und Rastpunkt fanden.
Im August gab es den ersten Glühwein. Was? Glühwein!?!? Oh ja. Schon fast vergessen oder? Wir durften wieder auf der legendären Eurener Kirmes aufschlagen und hatten wie im letzten Jahr einen recht “zügigen” Standplatz. Als dann aber noch mieses Sudelwetter gemeldet wurde – genau zur Nachkirmes – brachte auch das unseren Optimismus nicht aus dem Konzept. Bei heftiger Regenschauer flüchteten die einen in die Kirche, die anderen wärmten sich die Hände an unserem leckeren Glühwein 
Um den Ehranger Markt war unser Oli natürlich auch bei der Standabnahme dabei, erlebte die ersten Karrusselfahrten und erfreute sich am bunten Treiben. Statt des langen guten Gefühls, blieb aber die große Enttäuschung, als wir nach Hause kamen. Leider wurde Olis Tretstapler geklaut – vom Hof! Mh,…naja der Nikolaus und das Christkind sehen alles, andere sagen wohl “Karma löst” ….ein Kunde hat sich gewünscht das entsprechende Person auf der Toilette ohne Klopapier sitzt. Bis heute kam er aber leider nicht wieder zurück.
Im September waren wir mittel erschrocken über den turbulenten Reifezuwachs der Trauben. Super früh, super reife Trauben mit braunen Kernen zu finden – damit hatten wir nicht gerechnet. Das Aroma lies aber noch auf sich warten und wir brachten unseren heimischen Lesetrupp auf Abruf. Auf dem Weg dort hin noch “irgendwie” meine erste Betriebprüfung durchlaufen. ABER geschafft. Hier nicht wegen “irgendwie”, sondern weil ich seit 2021 gefühlt die Hälfte meiner wertvollen Winzerinnentätigkeit im Büro verbringe – mit Kasse, Bank und Datenübertragung. By the way kotzt mich das total an. Nicht, weil ich es nicht gerne mache, sondern weil es ja angeblich weniger werden soll. Das nur so nebenbei.
SO! Da war er da – der Herbst. Mit prächtigen Trauben, tollen Aromen und das erste Mal mit einem Profi, der das ganze auf Celluloid bannt. Ich dachte das haben wir uns mal verdient. Damit ihr seht, was wir hier auf unserer kleinen Insel für euren LECKERWEIN so leisten. Toller Tag, tolle Truppe (ohne die das so nicht klappen würde!) und schmale 35°C am Gruthenhäuschen. Klassisches Tshirtwetter mit gelungener Abkühlung im Weinkeller. Herbst von 2018? NO! Meldung: Sonntag 50ltr Regen. Heißt? Gas geben! Hat auch nicht “irgendwie” geklappt, sondern mit guter Planung. Die Kinderbetreuung war immer “irgendwie”, aber vermutlich das größte Abenteuer für unseren laufenden Meter
…mittwochs gab es dann nochmal 70ltr Regen. Daher wurde dann im Annaberg final auch mehr gepiedelt, statt geerntet.
Ende Oktober durften wir unseren eleganten “Gruthenhäuser” Elbling Sekt in einer Auswahl regionaler Winzer am Hauptmarkt am Weinstand anbieten. Spontan auch noch unseren Glühwein – schon wieder! Nein, zum Glück! Mensch, war das ein Spaß.
Nach unserem “November-Vergnügen” war es Zeit für den Jahresendspurt. Dafür hatten wir uns noch unser “Vorglühen” überlegt. Bei dem ihr einmal wöchentlich vor Weihnachten die Atmosphäre vor Ort genießen konntet. Toll, dass es so gut angenommen wurde!
Das war nun mein “kurzer Abriss” dieses Jahres. Einmalig, so wie die Weine die daraus entstehen. All’ das steht auf keiner Flasche, in keinem Buch. Aber vielleicht hast du jetzt mit deinem Wein im Glas einen anderen Blickwinkel – auf das, was da drin ist. Was wir machen, was die Landschaft und uns als Winzer dabei prägt.
In den kommenden Jahren werden viele “Boomer” ihre Weingüter zusperren. Nicht mit großem “Gedöns”. Still. Leise. Ohne, dass es jemand merkt. Was ihr aber merkt ist die Landschaft, die sich verändert. Wir haben diesen Bruch vor ca. 30 Jahren hier mit gemacht. Wenn es zu spät ist, merkst du es. Wenn mehr Wildschweine durch deinen Garten laufen oder Brombeerhecken wuchern. Kulturlandschaften an der Mosel erhälst du, wie die heimische Wirtschaft, durch KAUFEN VOR ORT!
Was ich mir wünsche für das kommende Jahr? Gesundheit. Vor allem das. Ohne sie funktioniert das alles nicht. Für uns, unsere Liebsten und unsere Reben. Immer mehr eingeschleppte Insekten bringen auch dieses System weiter ins wanken.
Wir feilen an neuen Produkten, behüten die neuen Weine und sind mehr als stolz, wenn ihr diese im nächsten Jahr zum ersten Mal probiert. Wir schaffen viel, vieles auch “irgendwie”, aber die echten Highlights klappen nur, wenn man nicht Angst hat, am Ende die Arbeit nicht geschafft zu bekommen.
Behaltet auch deswegen unseren monatlichen Aushang im Blick. Oli wird in den Kindergarten gehen, wir werden auch wieder geschlossene Gesellschaften begrüßen dürfen usw.
Hast du einen besonderen Moment in diesem Jahr mit/bei uns erlebt? Schreib’ es mir gerne. Gerade in schwierigen Momenten ist das auch unser Antrieb für die Steillage und den Erhalt einer mehr als 400-jährigen Familiengeschichte.

